Gabriel
Szenische Lesung nach Georges Sand
Premiere am 21.10.2024 im Literaturhaus Berlin
Ein Projekt im Rahmen des Alte Musik Fest Friedenau
„Die Frau! Die Frau, ich weiß nicht, weshalb Sie mir immer von der Frau anfangen… Ich jedenfalls habe nicht das Gefühl, dass meine Seele ein Geschlecht hat, wie sie mir es so oft beweisen wollen!“
…so spricht Titelfigur Gabriel, im gleichnamigen Roman von George Sand aus dem Jahre 1837 — und macht damit von Anfang an unmissverständlich klar, dass Konventionen für Gabriel keine Rolle spielen. Denn Gabriel will vor allem eines: frei sein! Frei leben, in einer Welt, in der Freiheit ein männliches Gut ist, in der man von Zuschreibungen erdrückt wird und die zahllose Erwartungen – an junge Männer – und besonders an junge Frauen stellt. Als Gabriel erfährt, kein Mann, sondern „eigentlich“ eine Frau zu sein, wird alles anders. Beziehungen entstehen und zerbrechen und immer wieder geht es nicht nur um die Liebe zum Cousin Astolphe, sondern auch um Erbe, Familie, Adel und das Existieren in einer Gesellschaft, die für einen freien Menschen wie Gabriel noch nicht bereit zu sein scheint.
Mit ihrem „Dialogroman“ schuf sich die französische Autorin George Sand mit Gabriel 1839 eine Figur, mit deren Hilfe sie sich besonders unkonventionell mit Geschlechterrollen auseinandersetzt. Die bereits von ihren Zeitgenossen in zahlreichen – mehr oder weniger charmanten – Kommentaren besprochene Autorin sprengte ganz bewusst in ihrem privaten sowie beruflichen Leben alle Konventionen. Als notorische Vielschreiberin beschimpft, als Vorreiterin gerühmt – Einigkeit herrschte nie.
Mit Gabriel am 21. Oktober 2023 im Literaturhaus haben wir nun die Gelegenheit, das bisher noch recht unbekannte Werk der berühmten George Sand zu entdecken. Dabei begibt sich das Ensemble Amantine auf die Spuren der Schriftstellerin und lotet zwischen alter Musik und Text die Fragen aus, die sie sich bereits im 19. Jahrhundert stellte.
Mitwirkende
Mikel Elgazabal (Cello), Pia Syrbe (Konzept, Dramaturgie & Rezitation),
Elisabeth Taraba (Schauspiel), Minyi Wang (Design & Ausstattung),
Carlo Nevio Wilfart (Konzept, Regie & Schauspiel)